Ihre mögliche Vergangenheit?
Basierend auf historischen Fakten!
Im Laufe der Recherchen innerhalb unseres umfangreichen Archivs wurden wir aufmerksam auf eine alternative Möglichkeit zum Thema Frau Holle. Eine Version, die nicht in Form tausendfach von Mund zu Mund gegebener Geschichte entstanden ist, sondern die man basierend auf historischen Fakten logisch nachvollziehen kann. Der am 12. Mai 1921 in Krefeld geborene Joseph Beuys (gest. 23.01.1986) hat zu seiner Zeit viele Werke geschrieben und sich u.a. sehr ausgiebig mit der deutschen Mythologie bzw. dem deutschen Glauben und Aberglauben beschäftigt. Seine Aussagen werden hier zusammen im Vergleich mit Auszügen aus dem HdA (Handbuch des deutschen Aberglaubens, 10 Bände und über 8.000 Seiten) herangezogen und lassen in ihren Übereinstimmungen eine neue mögliche Vergangenheit entstehen. "besonders geeignet zum Dienst am Heiligen, bevorzugt begabt mit dem "sechsten Sinn", der die unsichtbaren Kraftquellen des Lebens zu erschließen weiß und zu Weissagungen und Schicksalsverkündungen befähigt; besonders begabt auch in der Heilkunst, dem Wetter wie der Erdfruchtbarkeit eng verbunden…" Auf Grund dieser Begabung habe man germanischen Frauen in der germanischen Religion eine besondere religiöse Stellung eingeräumt und den Priesterinnen eine hohe Verehrung entgegengebracht. Auch bei J. Beuys lassen sich in seinem Werk (z.B. "Komplizin" 1958), in welchem er seine archaischen Frauengestalten zeigt, Parallelen finden. Dort nimmt diese mit zauberischem Gerät und Waffen ausgestattet, sowohl zu den übersinnlichen Mächten als auch zu den Erdkräften Kontakt auf. Wie im Aberglauben findet sich darüber hinaus auch bei Beuys die Parallelisierung von Frau, Erde und Saatgut. Im Kontext Fruchtbarkeitszauber wird im HdA "der Berührung der Erde mit dem menschlichen Körper, dem Herumtollen und Purzelbaumschlagen vielfach eine dem Ackerboden befruchtende Kraft zugeschrieben" Dass Beuys ebensolche in der Folklore überlieferten Szenen auf der Zeichnung "Zwei Frauen mit Samenkörnern" von 1958 darstellt, zeigt, dass er sich insbesondere mit den Gebräuchen von Fruchtbarkeitszauber auskannte. Der Frau wird im HdA nicht nur ein enger Kontakt zu spirituellen Kräften und zur Natur zugesprochen, sondern wird häufig auch in Beziehung zu Tieren gesetzt, mit denen sie verschiedene Handlungen und Zauberriten ausführt. Der Mensch auf der Stufe von der primär Agrarwissenschaft bestimmten Kulturen, so liest man im HdA, fühlte sich den Tieren nicht nur wesensverwandt, sondern glaubte auch, dass sie menschliche Seelen und letztlich auch göttliche Wesen und Geister in Tiergestalt verkörpern (Theriomorphismus). Doch was sagt uns dieses alles zum Thema Frau Holle? Die Germanen verehrten ihre eigenen Götter. Unter ihnen war "Freya" eine der wichtigsten. Mit dem Einzug des Christentums wurde die Göttin "Freya" auf Grund ihre Verbindung zur Erde zu einer niederen Dämonin verdammt. Sie und alle anderen Götter durften nach dem Fällen der Donar-Eiche durch Bonifatius bei Todesstrafe nicht weiter angebetet werden. Doch die Germanen waren nicht bereit Freya einfach aufzugeben. Sie wollten ihren eigenen Glauben erhalten und leben. Dieses war öffentlich nun aber nicht mehr möglich. Zu groß war die Angst vor Bestrafung. Somit wurde der Glaube "versteckt". Dieses geschah vermutlich in zwei Schritten. Da der Name "Freya" auch den Christen bekannt war und nicht weiter genannt werden durfte, musste sie einen neuen Namen erhalten. Diesen Vorgang der "Umwandlung" finden wir parallel in allen Versionen der geschichtlichen Überlieferungen! Aus der Göttin "Freya" wurde nun "Hulda" bzw. "Holda" Somit blieb die Göttin erhalten. Doch wie huldigte man "Hulda" bzw. "Holda", wenn keine öffentlichen religiösen Rituale abweichend deren des Christentums erlaubt sind? Zu jeder Zeit und in jedem Volk finden sich Auserwählte, die im Namen ihres Volkes ihrer Götter huldigen und das Wissen um ihre Religion und die damit verbundenen Rituale am Leben halten und von Generation zu Generation an würdige Nachfolger weitergeben. Im Christentum waren und sind dieses Priester. Die Germanen betrachteten aber die Frau als Geschöpf mit göttlicher Gabe und nicht den Mann. Somit gab es hier Priesterinnen. Diese Auserwählte, diese Priesterin, hatte die nun die schwere Aufgabe, die Rituale der Germanen auch weiterhin im Verborgenen auszuüben, damit die Götter nicht böse wurden und auch weiterhin Glück, Fruchtbarkeit und Segen dem Volke sicher war. Sie mußte das Fortbestehen dieses Wissens auch über Generationen hinweg absichern und damit am Leben erhalten. Um dieser für die Germanen so wichtigen Aufgabe ohne der großen Gefahr vor Todesstrafe nachkommen zu können, zog sie allein auf den nicht besiedelten Berg hinauf. Hier sollte sie fortan nur im Schutze der Natur leben und die Rituale der Germanen vollziehen. Diese Priesterin lebte im Namen Hulda´s, vollzog ihre Wünsche und sprach ihre Worte. Sie war es, die aus Angst vor Strafe, nur selten vom Berge herab kam, um rituell Fruchtbarkeit auf die Felder ihres Volkes zu übertragen. Wenn das Volk Wünsche oder Sorgen hatte, so kam es dem Berg hinauf um Segen oder Gesundheit zu er-"beten". Durch die Vielzahl dieser Rituale an den unterschiedlichsten Orten auf dem Berge entstanden viele noch heute als "heilig" bezeichnete Plätze, die wir ebenfalls in allen Versionen der Göttergeschichten, wie auch der heutigen Märchen wieder finden können. Aber auch unsere Priesterin wurde irgendwann alt. Es war die Zeit, in der sie eine Nachfolgerin auswählen musste, um ihr geheimes Wissen um die Götter auch zukünftig am Leben zu halten. Somit wurden junge Mädchen, mögliche "Bewerberinnen", dem Berge hinauf geschickt, um dort von der Priesterin erzogen und auf ihren Glauben und ihre Eignung geprüft zu werden. Ein Mädchen wurde erwählt und ihm wurde Glück und Segen hold. Das andere wurde wieder zurück geschickt. Um aber zu verhindern, dass das zweite Mädchen die Geheimnisse der Priesterin verraten konnte, musste sie "mundtot" gemacht werden. Ihr wurde die schwere Bürde auferlegt, von der Priesterin dem Volke gegenüber als unglaubwürdig und negativ dargestellt zu werden, damit keiner ihr Wissen um die Rituale auf dem Berge glauben würde. Und so lebte die Göttin "Hulda" bzw. "Holda" noch von Generation zu Generation weiter. Ist Ihnen etwas aufgefallen? Der Übergang vom Mythos "Frau Holle" zum Märchen "Frau Holle" könnte einfacher sein, als man glaubt. Ein Großteil der in den Überliefrungen vorhandenen "märchenhaften" Orte finden nun sogar im Bereich des Heiligen, des Mystischen eine logische Erklärung. Frau Holle war eine Priesterin der Germanen. Ihre Aufgabe war es, der alten Göttin Freya, die nun Hulda bzw. Holda hieß, zu huldigen. Dieses konnte sie nur von einem geschützten und einsamen Ort. Sie zog sich zurück auf den Berg. Den "Hohen Meißner". Dort ging sie unzähligen Ritualen nach, deren Ausübungsorte nach und nach dem Volke heilig wurden. Somit kann der heutige "Hohe Meißner, der später auch der "Heilige Meißner" genannt wird als ein großes ehemalige Kloster betrachtet werden. Der Holle Teich, in dem z.B. die Kinder gebadet wurden um ihnen ein glückliches Leben zu bescheren, bzw. in dem junge Frauen durch ein Bad besonders fruchtbar wurden. Es gibt den sog. Hollestein. Die Höhle der Frau Holle. Hier findet man noch heute vor der Höhle eine Art natürlichen Altar. Hat nicht jedes Kloster auch eine Kathedrale mit einem Altar an dem die Götter angebetet werden, man seine innere Ruhe und Kraft findet und an dem die Opfergaben gebracht werden? Das Wort Opfer ist hier nicht nur im Sinne von Tieropfern zu betrachten. Es wurden auch Pflanzen und Blumenopfer gebracht. Noch heute werden auch in der christlichen Kirche "Opfer" im übertragenen Sinne gebracht. Diese nennt es aber nur Gaben und hat es aus pragmatischen Gründen auch lieber auf "Bargeld" bezogen (hier geht der Klingelbeutel um). Die im Hintergrund stehende Bedeutung ist aber die Gleiche. "Gebe etwas, was Dir wichtig ist." Wenn Frau Holle junge Mädchen bei sich zur "Ausbildung" hatte, konnten diese auch mal untereinander Streit haben und zänkisch sein. Die beste Weise, diesen Twist schnell zu legen war, die beiden Mädchen zusammen in einen engen Raum einzusperren und erst wieder heraus zu lassen, wenn sie sich wieder einig waren. Doch wo gibt es im freien Wald einen kleinen leicht zu versperrenden Raum? Es gab und es gibt noch heute die sog. Kitzkammer. Eine sehr kleine Höhle mit winzigem Ein- und Ausgang. Durch alle Versionen der Frau Holle Märchen und auch in den Geschichten über Holda findet sich die Kitzkammer, in der zänkische Mädchen eingesperrt würden. In der heutigen Zeit wissen wir, dass niemand die Mädchen auch in Katzen verzaubert hat. Aber betrachten sie diese Aussage im übertragenen Sinn einfach einmal bildlich. Wie würde im Mittelalter ein Mensch zwei Mädchen beschreiben, die sich zänkisch im Streit anfauchen und sich nicht schlagen sondern kratzen??? Auf diesem Weg ist es nun möglich das Märchen der Frau Holle im Einklang mit der Mythologie zu entschlüsseln und Informationen, die bisher als Widerspruch galten in Einklang zu bringen. Nun ist es an ihnen selbst zum heiligen Berg, dem Hohen Meißner, zu kommen, ihren eigenen Glauben zu finden und von seiner Kraft Nutzen zu ziehen
Quellen wie Tacitus und die Gebrüder Grimm gehen davon aus, dass die Frau bei den Germanen als Gefährten des Mannes ursprünglich völlig gleichberechtigt gewesen sei. Nach dem hier dargelegten Frauenbild war diese:
Quelle: Weib/Frau, in HdA Bd. II S. 1735
Quelle: HdA, Bd. III. S 149
Verbinden wir nun einfach alles Wissen um tatsächlich belegte, geschehene Fakten der Vergangenheit mit unserem neuen Wissen um die Lebenseinstellung der Germanen, so erhalten wir ein neues Bild dessen, was vor langer Zeit am heiligen Berg "Hoher Meißner" geschehen sein könnte.
Bevor das Christentum im alten Germanischen Reich Einzug hielt, konnte dieser Glaube frei ausgelebt werden. Jeder huldigte seinen Göttern.
Können Sie sich vorstellen, wie der Text sogar in die heute Version des Frau Holle Märchens passt? Dieser Text, zusammengesetzt mit unserem Wissen der Geschichtsüberlieferungen lässt uns ganz einfach zu folgendem Ergebnis kommen:
Werden nicht heute noch Kinder an heiligen Orten mit dem Element Wasser in das Leben geführt (christliche Taufe)?
Schnell findet man dafür die Worte, dass es aussieht wie zwei zänkische Katzen.
Das Märchen bestätigt die Mythologie!