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Geschichte der Frau Holle
von Freya über Holda zu Frau Holle

 

Nach vielerlei Studien alter Schriften, Unterlagen und Forschungen anderer an dieser Materie interessierter Forschern bieten wir unsere Version der Geschichte der Frau Holle an. Diese kann sich natürlich bei den vielen Widersprüchlichkeiten und stets neuen Erkenntnissen ändern.
Wir werden dies dann an entsprechender Stelle mitteilen.

Teil 1

Freya
Aus der Edda 
(ältestes Buch der germanischen Mythologie) erfahren wir:

Freya, ihr Bruder Freyer und ihr Vater wurden von Wodan / Odin als Geiseln entführt. Odin war verheiratet mit Frigg. 
Freya und Freyer wurden in die „Familie“ der Götter (Asinnen) aufgenommen und es wurde Ihnen – im Laufe „des Götter-Lebens“ Eigenschaften zugesprochen. Freya (oder Freia – übersetzt „Herrin“) wurde zur Göttin der Fruchtbarkeit und der Liebe. 
Sie besitzt ein Falkengewand und einen von Katzen gezogenen Wagen. Sie hat die Eigenschaft unfruchtbaren Frauen Kinder zu schenken und Menschen zu heilen. Sie hat aber auch die Macht über den Tod. Sie gilt als Mutter des Gottes Thor.


Die Göttin Freya auf Ihrem von Katzen gezogenen Wagen

 

Sie sorgt für reiche Ernten, ist bei entsprechender Stimmung aber auch mit ihrem „Kitzen-Wagen“ bei stürmischer Nacht bereit Unheil zu bereiten. Ihre unendliche Liebe ist eine unerfüllte, da sich ihr (unbekannter) „ Göttergeliebter“ lt. Saga von dannen gemacht hat. Sie lebt nun ihr Leben lang als Geliebte – unter anderem von Wodan. Er könnte – unsere Vermutung – aber auch, da verheiratet mit Frigg - der unbekannte und unerreichte Geliebte sein.

Als Göttin wurde sie von den Völkern des heutigen Skandinaviens, Großrußlands (Baba Yaga) und Europas unter vielerlei Namen verehrt. Bis zur Christianisierung. Durch ihre Verbindung zur Erde verdammte das Christentum sie zu einer niederen Dämonin. 
Sie und alle anderen Götter durften nach dem Fällen der Donar-Eiche durch Bonifatius – einem recht zweifelhaften irischen Mönch, dem auf eigenen Wunsch mit Bischofswürde die Christianisierung der ungläubigen Germanen vom Papst „genehmigt“ wurde - keine anderen Götter mehr angebetet werden… bei Todesstrafe.
Sie lebte aber in den Erzählungen weiter. Von den Müttern an die Kinder. Als Holda und später bis zu den Brüdern Grimm – durch Frau Holle.


Teil 2

Holda
Holda ist unter vielen Namen bekannt. Einige davon sind sich vom Lautwert als auch von ihrer Bedeutung sehr ähnlich, andere von ganz anderem Ursprung. Die folgenden ihrer Namen sind weitgehend gleichbedeutend, sie können immer auch mit dem Titel 'Frau' verbunden sein: Hold, Holda, Hulde, Hulda, Hulla, Holla, Holle. Sie ist die freundliche, mildtätige Göttin aber auch die unholde Todesgöttin.

Eine alte Zeichnung, welche die Göttin Holda auf einem fliegenden Schwan darstellt. Das Bild birgt mehr Geheimnisse, als auf ersten Blick ersichtlich.

 

Ihr ist der Holunder heilig, ein Hase trägt ihr eine Fackel.

Die Holda ist die Frau Holle des Märchens, ein höheres Wesen freundlicher Gesinnung, die dem gutgeführten Haushalt Fülle beschert. Als himmlisches Wesen umspannt sie die Erde. Wenn sie ihr Bett macht, rieseln die Daunen als Schnee nieder.

Gern hält sie sich an Seen und Brunnen auf, beim mittäglichem Bade verschwindet sie im See. Das erinnert an die Umzüge, die zu Ehren der Nerthus oder der Hertha veranstaltet wurden. Am Ende wurde der gezogene oder getragene Wagen bzw. das Schiff der Göttin im Wasser versenkt. Bei diesem Umherziehen bringt die Göttin Fruchtbarkeit über das Land (könnten die auf dem Bild gezeichneten Schneeflocken vielleicht die verschlüsselte germanische Rune für Fruchtbarkeit darstellen?).

Die HAGAL-Rune
Die allumfassende Rune - Göttlichkeit, Weisheit, Heilsrune, Schutz und Brandrune. Eine bewahrende zum Einklang und zur Harmonie führende Rune. Sie ist die Runen-Mutter, Symbol des Weltenbaumes, des Lebensbaumes.

Wer Holde, bzw. der späterin Frau Holle, begegnet findet im Märchen Späne zu Gold verwandelt und andere derartige Wundergaben. Hier zeigen sich Parallelen zur Isis-Verehrung, die bereits Tacitus auffielen (Germania, 9).

Ihre dunkle Seite zeigt Holda, wenn sie wie Wodan als wilde Jagd in ihrem Wagen durch die Lüfte fliegend durch die Nacht braust, in ihrem Gefolge die Alben und Hexen (Berggeister nennt man auch Huldrefolk).
Einem Aberglauben zufolge fielen ihr und Wodan als heidnische Gottheiten die Seelen ungetauft gestorbener Christenkinder zu.
Wer zur Hölle fährt, erblickt sie als häßliche alte Frau, mit langer Nase und großen Zähnen.

Auch ist Holda als Göttin des Haushalts die schöne Spinnerin, die fleißigen Mädchen hold ist und ihnen Reichtum und Fruchtbarkeit schenkt, während sie die Unwilligen besudelt.

Holda ähnelt den vielen Formen anderen Göttinnen, zum Beispiel Diana oder Isis. Alles in allem erinnert Holda an die weibliche Göttinnendreiheit aus Jungfrau, Mutter und altem Weib. Diese Konstellation findet sich beispielsweise in den nordischen Nornen, den griechischen Moiren, die Christenheit kennt die dreifache Maria am Kreuze ihres Sohnes Jesus (Johannes 19,25), die in dieser Richtung gedeutet wird.

Holda entspricht ganz der nordischen Frigg oder der Freya und damit vieler weiblicher Erd- und Muttergottheiten.

Namentlich ähnelt der Holda die bei Snorri (Edda) erwähnte Zauberin Huldr. In Skandinavien weiß die Volkssage von den Berg- und Waldfrauen Hulla, Huldra oder Huldre, die mal jung und schön, mal alt und finster angetroffen werden. Holda ist auch die Frau Venus (Freia, nach der römischen Göttin), die den Tannhäuser zu sich in den Hörselberg lockte.

Das Huldrevolk sind die Untertanen der Bergkönigin, wie auch der Frau Holle ein stilles unterirdisches Volk angehört. An die zaubernde weise Frau Huldr dachte womöglich Martin Luther, als er die biblische Wahrsagerin Chuledda mit Hulda übersetzte (2. Könige 22,14-20).

Teil 3

Frau Holle
Es war die Göttinger Zeit Alexander von Humboldts – und er war begeistert von der Landschaft rund um den Hohen Meißner, den er aber (ein großer Versäumnis unseres letzten Universal-Genies) nicht bestiegen hat (wir erklären an anderer Stelle -siehe Kitzkammer- warum dies ein Fehler war).

Es war eine Zeit, in der die geistige Freiheit entdeckt wurde. Vorreiter waren die sogen. Göttinger Sieben. Dazu zählten u.a. die Gebrüder Jacob und Wilhelm Grimm. Ihr Fehler war, dass sie sich gegen einen „willkürlichen Verfassungsbruch“ des Königs Ernst August von Hannover widersetzten (wer darf schon gegen einen König rebellieren?). Natürlich wurden sie des Landes verwiesen.
Am 17. Dezember 1837 erreichten sie Hessen und Witzenhausen, wo hunderte ihrer Studenten Ihnen einen unvergeßlichen Abschied bereiteten. In Witzenhausen „war der Teufel los“.

Sie hielten hier eine Rede über die Freiheit der Sprache, die in die deutsche Geschichte einging. Zu dieser Zeit konnten sie noch nicht wissen, dass die von Ihnen geschriebenen Märchen bald um die ganze Welt gehen sollten. Märchen aus Hessen die ihnen u.a. durch Frau Dorothea Viehmann erzählt wurden.
Die Geschichte der Frau Holle (ehemals Hulda), die sich von Generation zu Generation über Jahrhunderte erhalten und erweitert hat, kannten sie zu diesem Zeitpunkt bereits. Jacob Grimm hat um 1816 bereits eine Wanderung auf dem Hohen Meißner auf den Spuren der Frau Holle gemacht und das Märchen um 1819 veröffentlicht.

Die Märchen der Gebrüder Grimm und das Märchen der Frau Holle ging um die ganze Welt. Die Bücher haben weltweit eine höhere Auflage als die Bibel. Frau Holle betrat wieder – diesmal in anderer Form – die Bühne der Erde.